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Historie
Die Kunst des Silhouettierens ist eine Frühform des Lichtbildes auf dem Weg zur photographischen Technik. Die aus Ostasien stammenden Schatten-spiel- Figurentheater fanden an den Höfen großen Zuspruch, so dass davon angeregt, Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa die ersten in dieser Technik angefertigten Profilportraits erschienen.
Der französische Finanzminister Etiennes de Silhouette, der am Hof Ludwig des XV. die knappen Kassen verwalten musste bevorzugte diese ebenso sparsame wie ausdrucksstarke Mode.
Um 1760 begann sich diese Darstellungsform zur Mode bei Adel und aufgeklärter bürgerlicher Elite zu entwickeln. Bereits 1764 entstanden in Leipzig auch erste Studentensilhouetten. Eine demokratische Abbildungstechnik war geboren.
Die einst beschönigende Portraitmalerei im Auftrag Privilegierter wurde durch eine genaue Wiedergabe der einzigartigen Physiognomien ersetzt. Anfänglich war dies eine umständliche Prozedur mit vielen Arbeitsgängen. Die Portrait-Sitzenden wurden auf einem Stuhl fixiert und mit sich ständig weiterentwickelter Technik abgepaust. Danach wurden die lebensgroßen Schattenrisse mit dem Storchschnabel oder Fadengitter verkleinert.
Am Weimarer Hof fielen die Ideen des Schweizer Theologen und Verfassers der „Physiognomischen Fragmente“ Johann Caspar Lavater auf fruchtbaren Boden. Herzogin Louise Auguste war eine überzeugte Anhängerin seiner Lehre, nach der sich im Äußeren das Innere spiegelt.
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